Musik
1. Kammermusikabend Mit Musiker:innen der Robert-Schumann-Philharmonie
So | Opernhaus Chemnitz-
Ein Abend voller Klangexperimente: Drei Komponisten, die ihre Instrumente an die Grenzen des Machbaren führen. Claude Debussys Cellosonate lässt das Streichinstrument zaubern – mal klingt es wie eine Gitarre, mal wie ein Tamburin, mal wie eine Flöte. Entstanden 1915 als Teil des geplanten Zyklus Six Sonates pour divers instruments composées par Claude Debussy, Musicien Français, ist sie Debussys bewusste Rückbesinnung auf die französische Tradition, fernab deutscher Vorbilder wie Wagner oder Brahms. Zwischen Ironie, Melancholie und imaginärer Clownerie entfaltet sich ein Werk von faszinierender Doppelbödigkeit.
Oskar Böhme wiederum überträgt die kammermusikalische Kunst des Streichquartetts auf sechs Blechbläser: Sein Sextett es-Moll op. 30 verlangt vom Kornett bis zur Bassposaune höchste Virtuosität und völlige Gleichberechtigung aller Stimmen – ein Werk, das umso berührender wirkt, seit 2015 die tragischen Lebensumstände des in der Nähe von Dresden geborenen Komponisten in der stalinistischen Sowjetunion bekannt wurden.
Den Abschluss bildet Mozarts Quintett Es-Dur KV 452, seine eigene „Erfindung“: die Kombination von Klavier mit vier Holz- und Blechbläsern. Mozart selbst hielt es für „das Beste“, was er je geschrieben habe. In ständigem Wechselspiel der Klangfarben, mit gewagten Harmonien und einer ungewöhnlichen gemeinsamen Kadenz aller Spieler, zeigt sich hier ein Komponist auf der Höhe seiner Kunst.
Drei Werke, ein gemeinsames Prinzip: Klang neu denken.
Claude Debussy
Sonate d-Moll für Violoncello und KlavierOskar Böhme
Blechbläsersextett es-Moll op. 30Wolfgang Amadeus Mozart
Quintett Es-Dur für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott KV 452Quelle: Die Theater Chemnitz