Lesung / Vortrag / Gespräch
Die Transkulturalität der jüdischen Erzählliteratur des 19. Jahrhunderts Referent Nicolas Dreyer (Bamberg)
Mi | smac - Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Festival / Fest:
TACHELES 2026
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Der Vortrag geht dem literarischen und publizistischen Netzwerk nach, das sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zwischen deutschen, österreichisch-ungarischen und osteuropäischen jüdischen Intellektuellen entwickelte. Im Fokus dabei steht die deutschsprachige jüdische Erzählliteratur, die vom Paradigma der Haskalah und der Akkulturation geprägt war, und vor allem in den literarischen Epochen des Vor- und Nachmärzes und der Jungdeutschen entstand. Die Hoch- und Populärliteratur der Zeit war geprägt von historischen Romanen à la Walter Scott und sogenannten Zeitromanen, aber auch dem Bildungsroman, der von Goethe inspirierten europaweit beliebten Gattung. Für solche Werke mit jüdischem Thema interessierte sich die sich stark entwickelnde jüdische Presse in ganz Europa. Literarische und journalistische Texte wurden in unterschiedliche Sprachen übersetzt. Jüdische Publizisten und Intellektuelle waren im aschkenasischen Kulturraum in Mittel- und Osteuropa transnational vernetzt und nahmen gegenseitiges Interesse an publizistischen Unternehmungen.
quelle: smac.sachsen.de