-
Krankheiten konfrontieren mit bohrenden Fragen: „Warum ich?“ – „Warum diese Krankheit?“ – „Warum jetzt?“ Im Ringen um eine Antwort legt sich für viele Menschen der Gedanke an Strafe nahe. Diese Krankheitsdeutung verdient Kritik. Sie schwächt Menschen, die als Kranke eher auf Stärkung angewiesen sind.
Der Studientag zeichnet nach, warum Krankheit so oft mit dem Gedanken an Strafe verbunden wurde. Das Zeugnis der Bibel und die Aussagen des christlichen Glaubens fordern auf, kranken Menschen zu helfen. An Bildwerken aus dem Besitz des Schlossbergmuseums wird deutlich, wie eindringlich diese Forderung erhoben wurde. Wer hingegen von Strafe spricht, setzt die Schuld Betroffener voraus. Dies untergräbt die gebotene Solidarität. Der Blick auf diese Deutung erschließt ein Netz aus medizinischen und religiösen, psychologischen und sozialen Argumenten. Ziel der Veranstaltung ist es, dieses Netz aufzulösen, um die Deutung von Krankheit als Strafe als fatales Muster zu erkennen, das zu überwinden ist.
Programm:
9.30-10.45 Uhr: Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann
Krankheit als Strafe? Nur scheinbar einfach und nicht wirklich attraktiv11.00-12.15 Uhr: Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann
Verletzliches Leben, das nach Zuwendung ruft. Die Position Jesu13.45-15:00 Uhr: Dr. Stefan Thiele
Martin und der Bettler. Armut, Leiden und Krankheit in Darstellungen der Sammlung „Gotische Kunst in Sachsen“15.15-16.30 Uhr: Prof. Dr. Regina Radlbeck-Ossmann
Der kranke Mensch, Botschafter eines endlichen LebensDie Veranstaltung findet in Zusammenarbeit von Katholischer Akademie des Bistums Dresden-Meißen und dem Schloßbergmuseum Chemnitz statt.
Kosten: Für die Veranstaltung fällt ein Unkostenbeitrag von 10€ an zzgl. 5€ für den Eintritt ins Museum. Der Museumseintritt ist vor Ort zu bezahlen.
Referenten: Professorin Dr. Regina Radlbeck-Ossmann lehrte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Systematische Theologie/Dogmatik. Dr. Stefan Thiele leitet das Schloßbergmuseum Chemnitz.
quelle: kunstsammlungen-chemnitz.de