Ein Spiel mit dem existenziellen Widerspruch zwischen dem Instinkt zur Zerstörung und der Sehnsucht nach gemeinsamer Harmonie: Menschen, gefangen in einem endlosen Kreislauf aus Aufstieg und Zusammenbruch. Sie klettern wie zerbrechliche Konstruktionen aneinander empor, nur um wieder zu fallen – Körper, die katapultiert, getragen und widerstehend sind. Erneuerung scheint nur durch Zerstörung möglich, indem alte Wahrnehmungen zugunsten neuer aufgegeben werden. Angetrieben von unerbittlicher körperlicher Intensität entfaltet sich das Werk wie eine endlose Rückkehr zum Ausgangspunkt und schärft zugleich unsere Fähigkeit zuzuhören und zu hoffen. Adi Boutrous, 1989 im Süden Israels geboren, Araber, Israeli und Christ, studierte in Kibbutz Gaaton und Tel Aviv Tanz und Performing Arts. 2012 choreografiert er sein erstes Duett und erhielt für sein Debüt den ersten Preis beim Shades of Dance Festival 2013. Werke wie One More Thing (in Chemnitz 2023), in Auftrag gegeben vom Théâtre de la Ville, oder Reflections, uraufgeführt am renommierten Suzanne Dellal Centre und bei der Biennale de la Danse in Lyon, machten ihn europaweit bekannt. Inspiriert von Literatur, Malerei und Film verbindet er humanistische Perspektiven mit einer starken musikalischen Dramaturgie, die seine Stücke strukturell prägt.
Quelle: Die Theater Chemnitz