Lesung / Vortrag / Gespräch
NS-Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft 1939–1945 Der Ausländereinsatz im Deutschen Reich und in Sachsen
Di | Sächsisches Industriemuseum Chemnitz-
Zwölf bis 14 Millionen Menschen mussten im NS-Staat Zwangsarbeit leisten; 1944 bildeten sie das Fundament der deutschen Kriegswirtschaft. Trotz ihrer Allgegenwart geriet dieses Verbrechen erst spät in den öffentlichen Fokus.
Der massenhafte Einsatz von ausländischen Zwangsarbeitenden während des Zweiten Weltkrieges gehört zu den NS-Verbrechen, die als letztes in die breite Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit gerieten, vor allem im Zusammenhang mit der Zwangsarbeiterentschädigung ab Beginn der 2000erJahre. Dabei bildete der Ausländereinsatz den Bereich des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, mit dem buchstäblich jeder Deutsche in dieser Zeit konfrontiert war. Zwischen zwölf und 14 Millionen Ausländer mussten während des Krieges im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten, und zum Höhepunkt 1944 waren es allein acht Millionen Menschen. Ohne sie wäre die deutsche Kriegswirtschaft schon weit vor 1945 zusammengebrochen. Im Zentrum des Vortrages stehen zum einen rechtliche Fragen, Dimensionen und Entwicklungsstufen, zum anderen die verschiedenen militärischen und zivilen Zwangsarbeitergruppen und ihre Behandlung anhand der rassistisch-repressiven Ideologie des Nationalsozialismus. Dazu werden schlaglichtartig einige Einsatzbeispiele aus der Region Chemnitz beleuchtet. Dr. Klaus-Dieter Müller ist Historiker und leitete bis 2014 die Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Er ist Autor und Mitautor mehrerer Publikationen zum Nationalsozialismus.
quelle: industriemuseum-chemnitz.de