Macht – wie viel Verantwortung impliziert sie, wie viel Fürsorge verlangt sie? Ausgehend vom Bild der Quadriga, des römischen Streitwagens, der über Jahrhunderte zum Symbol von Herrschaft wurde, untersucht das Stück die Beziehungen zwischen Macht, Verantwortung und Gemeinschaft. Die Tänzer:innen sitzen fest im Sattel auf einer Reise ins Ungewisse. Als Trio verhandeln sie die Spannungsfelder von Kooperation und Dominanz, Fürsorge und Abhängigkeit. Welche impliziten Machtverhältnisse entstehen im Akt des Füreinander-Sorge-Tragens? Zwischen Krücken und Zäunen, zwischen Grenzen, die immer wieder errichtet und durchbrochen werden, entfaltet sich eine fragile Landschaft. Es ist die Melancholie eines geplatzten Traums, einer Realität in Trümmern. Doch aus diesen Trümmern entstehen neue Möglichkeiten: Dekonstruktion wird zur Voraussetzung von Rekonstruktion. Die Choreografie von Ofra Idel vom Machol Shalem Dance House (MASH) Jerusalem, entstanden unter der künstlerischen Projektleitung von Gustavo Fijalkow, sucht nach Bildern einer solidarischen Zukunft: Stühle, die beim Spiel „Reise nach Jerusalem“ nicht verschwinden, um jemanden auszuschließen, sondern sich vermehren, um Platz für alle zu schaffen.
Quelle: Die Theater Chemnitz