Lesung / Vortrag / Gespräch
Sichtbare und unsichtbare Spuren jüdischer Kultur in Meißen und Chemnitz Referent:innen Martin Clauss, Lewis Chuang (Chemnitz) und Christiane Donath (Meißen)
Mi | smac - Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz
Festival / Fest:
TACHELES 2026
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Vielerorts zeugen heute noch erhaltene archäologische Funde von der langen Geschichte jüdischen Lebens in Sachsen. Anhand zweier Beispiele thematisiert der Vortrag, wie jüdische Kultur ihre Spuren hinterlassen hat und wie wir heute mit diesem Erbe umgehen.
Der erste Teil des Vortrags widmet sich den Bruchstücken mittelalterlicher jüdischer Grabsteine mit hebräischen Inschriften in Meißen, die die ältesten überlieferten Sachzeugnisse jüdischen Lebens in Sachsen darstellen. Sämtliche Fragmente stammen vom ehemaligen jüdischen Friedhof auf dem Meißner Jüdenberg, der als zentrale Begräbnisstätte der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde von Meißen und Dresdner diente. Wie man anhand von teilweise nur wenigen Buchstaben zu einer Erzählung kommt, welche tragende Rolle im Kulturerbe diese Steine spielen und wie wir heute mit diesen Schätzen bewahrend umgehen können – diesen Fragen geht der erste Teil des Vortrags nach.
Der zweite Teil richtet den Blick auf die Mikwe in Chemnitz sowie auf das Lern-Lehrprojekt ARCHIVE (Augmented Reality in Chemnitz für historische, inklusive und virtuelle Erlebnisse) der TU Chemnitz. Im Zuge von Bauarbeiten wurde 2022 in der Nähe der Johanniskirche in Chemnitz eine frühneuzeitliche Mikwe entdeckt, ein jüdisches Ritualbad, welche das älteste Zeugnis jüdischer Tradition in der Stadt darstellt. Sie wurde aus konservatorischen Gründen wieder verfüllt, so dass sie derzeit nicht sichtbar oder zugänglich ist. Durch den Einsatz von AR kann die Mikwe trotz ihrer Untergrundlage erlebbar gemacht werden, um sie als Element jüdischer Kultur in Chemnitz zu bewahren. Wir präsentieren verschiedene Perspektiven von Interessengruppen zu den potenziellen Bedürfnissen und Anforderungen dieser Anwendung und freuen uns über Feedback und Ideen für die weitere Entwicklung.
quelle: smac.sachsen.de