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Ausstellungen

Licht im Schacht Die KNAPPSCHAFT – 600 Jahre in Freiberg

Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg


Sonderausstellung im Stadt- und Bergbaumuseum widmet sich ab 20. Juni der ältesten Sozialversicherung der Welt

Unter Tage war es nie nur das Grubenlicht, das Orientierung gab. Es war das Vertrauen darauf, dass niemand allein gelassen wird. Seit Jahrhunderten standen Bergleute in Krankheit, Not und Gefahr füreinander ein. Aus dieser Solidarität entstand eine der prägendsten Solidargemeinschaften Europas: die Knappschaft. Mit der Sonderausstellung „Licht im Schacht. Die KNAPPSCHAFT – 600 Jahre in Freiberg“ erzählt das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg ab 20. Juni eine Geschichte von Gemeinschaft, Fürsorge und gesellschaftlichem Wandel. Die Ausstellung ist bis 2. Februar 2027 zu sehen.

Die Ausstellung vermittelt einen umfassenden Blick auf über 850 Jahre Wirtschafts- und 600 Jahre Sozialgeschichte des sächsischen (Erz-)Bergbaus. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Knappschaft – der ältesten Sozialversicherung der Welt – von ihren mittelalterlichen Anfängen bis zu ihrer heutigen europäischen Bedeutung. Ausgehend von Freiberg, wo eine Urkunde von 1426 erstmals den Begriff „Knappschaft“ belegt, öffnet die Schau zugleich den vergleichenden Blick in andere Bergbauregionen Mitteleuropas: nach Sachsen, in das ehemalige Erzstift Salzburg sowie in angrenzende bayerische Räume. So wird Sozialgeschichte als gelebte Kultur sichtbar, nicht als abstraktes System, sondern als Antwort auf existenzielle Erfahrungen von Arbeit, Gefahr und Zusammenhalt.

Auf rund 155 Quadratmetern verbinden sich außergewöhnliche Originalobjekte, lebendige Rauminszenierungen, interaktive Angebote und vergleichende Perspektiven zu einem vielschichtigen Erfahrungsraum. Selten beleuchtete sozialgeschichtliche Aspekte treten bewusst in den Vordergrund und zeigen den Bergbau als Motor gesellschaftlicher Entwicklungen, der Arbeitswelt, Fürsorge und Solidarität nachhaltig prägte. Ein vielfältiges Begleit- und Vermittlungsprogramm macht die Sonderausstellung für unterschiedliche Generationen erlebbar und lädt dazu ein, Geschichte aktiv zu entdecken. Geplant sind unter anderem Führungen, Vorträge, Bildungsangebote für Schulen sowie Formate für Familien und interessierte Gruppen, die das Thema Knappschaft in Vergangenheit und Gegenwart anschaulich vermitteln. Die Schirmherrschaft übernimmt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

„Der Bergbau hat Sachsen seit vielen Jahrhunderten geprägt. Silber- und Erzfunde vor allem im Erzgebirge sind ganz entscheidend für unseren Wohlstand, für technischen Fortschritt und kulturelle Blüte. Ohne die harte Arbeit der Bergleute wäre Sachsen nicht das, was es heute ist. Eng verbunden mit dem wirtschaftlichen Erfolg war auch eine frühe soziale Verantwortung: Um die harte, gefährliche Arbeit unter Tage abzusichern, entstanden bereits im Mittelalter die Knappschaften als älteste Form der Sozialversicherung der Welt. Es ist gut, dass die Macherinnen und Macher diesen interessanten Aspekt unserer Geschichte und des Bergbaus mit der Sonderausstellung nun in Freiberg in den Mittelpunkt rücken.“

Zu den Partnern zählen die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, Regionaldirektion Chemnitz, das Bergbau- und Gotikmuseum Leogang sowie das EISENREICH Bergbaumuseum Achthal.

Im Zusammenhang mit der Sonderausstellung findet am 20. Juni 2026 das Montanhistorische Kolloquium im Krügerhörsaal der TU Bergakademie Freiberg statt.