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Wie lebte es sich in einer DDR-Plattenbausiedlung? Die Ausstellung „Platte. Leben in der Großwohnsiedlung“ erzählt am Beispiel von Leipzig-Grünau von Wohnträumen, Nachbarschaft und Wandel – anhand persönlicher Geschichten, privater Fotos und Erinnerungsstücke.
„Bei uns war immer was los!“ Das Ehepaar Glatzel tanzt vor dem Wohnkomplex der Brackestraße 44. Ob im Partykeller oder im Sommer draußen: Die Hausgemeinschaft im Plattenbaugebiet Leipzig-Grünau feiert gern zusammen. Das Foto zählt zu den emotionalsten Bildern der Ausstellung. Es steht für das Lebensgefühl vieler Menschen, die eine der begehrten Neubauwohnungen erhalten haben. Dafür gibt es Fernwärme statt Kohleofen, ein eigenes Bad und fließend warmes Wasser – für viele in der DDR lang ersehnter Wohnkomfort.
50 Jahre nach der Grundsteinlegung erzählt die Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig die Geschichte der „Platte“ am Beispiel von Leipzig-Grünau. Sie blickt auf die Anfänge in „Schlammhausen“, als das Gebiet noch eine Baustelle ist, auf den Alltag der Bewohnerinnen und Bewohner sowie auf die Veränderungen nach 1990.
Zu den Exponaten gehören die Hauschronik einer Grünauer Hausgemeinschaft aus den 1980er-Jahren, das Hochzeitsfoto von Gabriele und Michael Obst von 1984 sowie Dokumente zur Wohnungszuweisung der Familie Buchheim.Die Ausstellung ordnet die Geschichte Grünaus in die Entwicklung von Großwohnsiedlungen in Ost- und Westdeutschland ein. Sie zeigt, warum die „Platte“ zunächst als modernes Wohnmodell gilt, weshalb nach 1990 viele Menschen wegziehen und warum Plattenbauwohnungen angesichts des Wohnungsmangels heute wieder gefragter sind. Dabei geht es auch um neue Wohnformen wie das sogenannte Nukleuswohnen, das Forschende derzeit in Leipzig-Grünau erproben.
Ein Begleitprogramm mit Gesprächen, Quartiersspaziergängen und Lesungen ergänzt die Ausstellung. Es findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig statt.
quelle: hdg.de
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