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Die Kantate De Profundis entstand 1936/1937 in einer Zeit existentieller Bedrohung und spiegelt Hans Gáls Erfahrung von Heimatverlust und Unsicherheit wider. Die Texte zum Dreißigjährigen Krieg verweisen über den historischen Kontext hinaus auf seine Gegenwart. Trotz fehlender Aufführungsperspektive schuf Gál ein Werk von großem Ernst und innerer Geschlossenheit, getragen vom Glauben an die Musiktradition. Der österreichische Musikwissenschaftler Wilhelm Waldstein beschreibt die fünf Sätze als Variationen über ein gemeinsames Thema, die durch unterschiedliche Klanglandschaften führen und doch in eine bejahende Wendung finden: Der Glaube an Welt und Leben trotz aller Bitternis. In einem Brief betont Gál, dass er ohne jeden praktischen Hintergedanken komponierte – als künstlerische Antwort auf eine bereits geahnte Katastrophe.
Hans GálDe Profundis Kantate für Soli, Chor und Orchester
Quelle: Die Theater Chemnitz