Musik
Die Nymphen des Rheins und das Echo der Donau Wassermusik für zwei Gamben von Johan Schenck mit Georg Zeike und Miyoko Ito
So | GRASSI Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig-
Was verbindet die Nymphen des Rheins mit dem Echo der Donau? Es sind Titel zweier Sammlungen mit Musik für Viola da gamba von Johan Schenck (1660-1717?), einem Virtuosen auf diesem Instrument und Komponisten aus Amsterdam. „Le Nymphe di rheno“ (Die Nymphen des Rheins) widmete er dem rheinischen Kurfürsten Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg und „L´écho du danube“ (Das Echo der Donau) dem Baron zu Diemantstein aus der Nähe von Bissingen an der Donau. Bei diesem scheint Schenck einige Zeit verbracht zu haben, wie man dem Vorwort zur Ausgabe von entnehmen kann. Er schreibt, dass er noch nach seinem Besuch beim Baron an der Donau ein Echo dieser Zeit in sich hört und die offenbar versprochene Musik nunmehr niedergeschrieben hat. In den beiden Solosonaten aus dem „Echo“ zeigt Schenck, was eine Gambe allein zu leisten vermag, in den Duetten der „Nymphen“ treten beide Gamben in einen Dialog auf „Ohrenhöhe“.
Georg Zeike und Miyoko Ito von der Musizierenden Gesellschaft Leipzig führen mit ihren Gamben und Moderationen durch Johan Schencks Klang-WasserweltenGeorg Zeike wuchs in einer Kirchenmusikerfamilie auf. Mit elf Jahren begann er, das Spiel auf dem Violoncello zu erlernen und studierte dieses Instrument sowie Viola da gamba und Barockcello an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig, u.a. bei Prof. Siegfried Pank. Als freier Gambist und Cellist spielt er leidenschaftlich gern Basso-continuo-Partien ebenso wie Solo-Arien in Oratorien und Kantaten sowie barocke Kammermusik auf Originalinstrumenten.
Georg Zeike unterrichtet Erwachsene und Kinder im Cello-, Barockcello- und Gambenspiel und führte von 2010-2018 gemeinsam mit der Sopranistin Christiane Wiese das Musiktheater Das musikalische Fabularium. Damit reiste er in Deutschland herum und war mit zwei Auftragswerken bereits mehrfach beim Bachfest Leipzig verpflichtet. Im Ensemble Himmelpfortgrund widmet sich Georg Zeike dem klassischen und romantischen Kammermusikrepertoire von Beethoven, Schubert, Mendelssohn u.a. auf historischen Instrumenten. Als Solocellist des Leipziger Kammerorchesters unter Morten Schuldt-Jensen spielt er regelmäßig in Kopenhagen und war wiederholt Gast als Sologambist und Continuocellist bei den Produktionen der Bachschen Passionen mit dem Aarhus Symfonieorkester.Miyoko Ito wurde im japanischen Nagoya geboren. Sie studierte Viola da Gamba in Basel, Frankfurt, Trossingen und Bremen bei Paolo Pandolfo, Lorenz Duftschmid und Hille Perl. 2010 legte sie das Konzertdiplom mit Auszeichnung ab, und 2013 erhielt sie den Master. Mit dem Ensemble il disegno interno ist sie Preisträgerin beim Deutschen Hochschulwettbewerb 2007 in Stuttgart. Mit dem Ensemble Du Pont Neuf ist sie Preisträgerin beim 13. Biagio-Marini-Wettbewerb 2012 in Neuburg an der Donau. 2012 wurde sie Preisträgerin des Internationalen Viola da Gamba Wettbewerb Bach-Abel in Köthen. Derzeit lebt sie in Halle (Saale) und wirkt als freischaffende Gambistin und Instrumentallehrerin. 2014 erschien ihre CD „Quinta Vox. Madrigale des 16. Jahrhunderts mit Diminutionen von Miyoko Ito & Martin Erhardt.
Eintrittspreise: 20€ // ermäßigt 10€ für Schüler, Studenten, Azubis, LeipzigPass, Schwerbeschädigte.
quelle: mfm.uni-leipzig.de