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An einer Bushaltestelle begegnen sich Alfons und Ruth. Er, der sportlich Aktive, der jeden Donnerstag voller Tatendrang auf dem Weg zum Tischtennis ist, sprüht förmlich vor Energie. Ruth hingegen hat nach dem Auszug der inzwischen erwachsenen Kinder nicht nur den Draht zu ihrem Ehemann verloren. Die Rückkehr ins Arbeitsleben ist nicht gelungen und selbst der frühere Freundeskreis ist ihr fremd geworden. Gerne würde sie neue Bekanntschaften schließen, wenn sie nur wüsste, wie.
Aber mit diesem seltsamen Unbekannten, der ihr ständig ein Gespräch aufdrängen will, möchte sie lieber nichts zu tun haben. Hat sie in ihm doch längst den Alkoholiker erkannt, der weder seine ständig zitternden Hände noch seinen unsicheren Gang vor ihr verbergen kann.
Als sie erfährt, dass er Parkinson hat, ist sie peinlich berührt und sie fühlt sich klein. Dient doch ihre wöchentliche Fahrt in die Stadt lediglich dem Zeitvertreib während er trotz seines schweren Schicksals voll im Leben steht. Sie informiert sich über Symptome und Verlauf der Krankheit und beginnt, ihn für seinen zielgerichteten Kampf dagegen zu bewundern.
Hilflos wird sie Zeugin seines verzweifelten Suchens nach Worten, die ihm im entscheidenden Moment einfach nicht einfallen wollen, erlebt schroffe Ablehnung, als er sich selbst an schlechten Tagen einfach nicht helfen lassen möchte und beginnt langsam, das volle Ausmaß der Krankheit zu begreifen.
Zwischen beiden entsteht nach und nach eine Vertrautheit die ihnen ermöglicht, Worte für das zu finden, was sie ihren jeweiligen Partnern nicht sagen können. Ruth findet in Alfons den verständnisvollen Zuhörer, dem sie ihre quälende Vereinsamung gesteht. Alfons, der einfach nicht den Mut aufbringt, mit seiner jungen Frau über seine Zukunftsängste zu sprechen, schafft es schließlich, sich Ruth gegenüber zu öffnen. Sie geben sich gegenseitig Hilfe und Zuversicht. Beide beginnen, die guten Seiten des Lebens zu entdecken.
Ein berührendes Stück, in dem sich viele Anwesende wiedererkannt haben.
Eine kurze Diskussion mit dem Hauptdarsteller, der selbst an Parkinson erkrankt, soll den Theaterbesuch abrunden.
Karten:
Deutsche Parkinson-Vereinigung Regionalgruppe Leipzig
(eberlein.shg-leipzig@dpv-sachsen.de)Quelle: Theater der Jungen Welt