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Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es überall in Deutschland oppositionelle Jugendgruppen. Leipzig war eines der Zentren. Bis zu 1.500 Mädchen und Jungen trafen sich ab Mitte der 1930er Jahre im Stadtgebiet in Cliquen jenseits der Hitlerjugend und lehnten sich gegen das NS-Regime auf.
Im Leipziger Westen gab es zwei große Meuten: die Meute „Reeperbahn“ auf der heutigen Georg-Schwarz-Straße und die Meute „Hundestart“ in Kleinzschocher. In der Veranstaltung wird neben den Meuten im Allgemeinen auf die Gruppen im Leipziger Westen im Speziellen eingegangen – exklusiv und einmalig auf dieser Lesung.
Die Mädchen und Jungen gingen selbstbestimmt wandern oder trafen sich in ihren Stadtteilen auf der Straße. Und man wurde gegen die HJ aktiv: mit Streuzetteln und Schlägereien. In kleineren Runden hörte man verbotene Radiosender und diskutierte über ein Deutschland ohne Nazis. Gestapo und Justiz verfolgten die Meuten, es kam zu Prozessen vor dem Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, einige „Reeperbahn“-Mitglieder wurden sogar in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
„Die Geschichte der Leipziger Meuten“ ist ein eindrucksvolles und umfassendes Zeugnis über jugendliches Aufbegehren und Kampf um Freiräume in der Zeit einer furchtbaren Diktatur. Ein Buch über Jugendkulturen, Nonkonformität, Opposition und Widerstand.
Der Autor und Historiker Sascha Lange hat mehr als zehn Jahre zu diesem Thema geforscht. Erstmals erscheint die ausführliche Geschichte der Leipziger Meuten.
Die Lesung geht etwa 70 Minuten, begleitet von zahlreichen Fotos.Quelle: Theater der Jungen Welt Leipzig