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Der lange Arm der Zensur griff in allen Epochen und Bereichen in die Literaturproduktion und -rezeption ein. Erfahren Sie bei einem historischen Streifzug durch die Dauerausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums von der Bandbreite der Verbote und Gegenmaßnahmen.
Mit der Erfindung des Buchdrucks entwickelten sich vielfältige Formen der Kontrolle und Reglementierung der Literatur. Sowohl staatliche als auch kirchliche Institutionen bemühten sich im Interesse des Machterhalts immer wieder, Einfluss auf die Autor*innen, die Buchherstellung, die Bibliotheken und Leser*innen zu nehmen, um unliebsame Schriften aus der Lesewelt zu schaffen. Per Gesetz konnten Druckereien geschlossen, Verleger*innen mit empfindlichen Geldbußen belegt, Buchhändler*innen zum Tode verurteilt und Bücher verbrannt werden. Über Jahrhunderte wurden Listen verbotener Bücher geführt, die bekannteste ist der Index der katholischen Kirche, der Regale füllend Zeugnis über den Versuch ablegt, die Zirkulation des Wissens über Verbote zu reglementieren. Bis in die heutige Zeit greifen staatliche und religiöse Institutionen in den Kommunikationsprozess ein. Der Kampf um Meinungs- und Pressefreiheit wird bis in die Gegenwart und damit über das Gedruckte hinaus im Universalmedium Internet weitergeführt und erhält hier eine ganz neue Brisanz.
Die in der Dauerausstellung „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“ dokumentierten Zensurfälle erzählen von der Bandbreite der Verbote und Gegenmaßnahmen. In der thematischen Führung wird darüber hinaus der Umgang von Bibliotheken mit zensierten oder unerwünschten Werken betrachtet.
Information und Kontakt
Treffpunkt: Museumsfoyer, Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in LeipzigKosten: Eintritt frei
Dauer: 60 Minuten
Anmeldung: Keine Anmeldung erforderlich.Garderobeninfo: Zum Einschließen von Taschen und Rucksäcken in die Schließfächer benötigen Sie Ein- oder Zwei-Euro-Münzen.
Barrierefreiheit: Die Führung ist rollstuhlgerecht zugänglich.
Kontakt: dbsm-info@dnb.de oder Tel. +49 341 2271-324
quelle: dnb.de