Mit gerade einmal 17 Jahren kommt Karl Roßmann ganz allein in Amerika an. Er musste Deutschland verlassen, denn er hat ein Dienstmädchen geschwängert und die Eltern wollten jegliche Schande von der Familie fernhalten. Nun muss er ein neues Leben beginnen, ohne Englischkenntnisse, aber voller Idealvorstellungen über das Land, in das es ihn verschlagen hat. Leider haben diese Ideale wenig mit der Realität zu tun und bringen ihn vor allem immer wieder in Schwierigkeiten. Karl berichtet von dem ganzen Unglück, das ihm passiert. Er ist daran natürlich völlig unschuldig – zumindest, wenn wir seiner Erzählung glauben können. Nach Der Prozess und In der Strafkolonie ist dies Bogdan Kocas dritte Kafka-Adaption für die Chemnitzer Bühne. Kafka, der selbst nie in Amerika war, hatte für seinen Amerika- Roman den Titel Der Verschollene vorgesehen. Max Brod veröffentlichte die Fragmente als Amerika. Ob die Geschichte Karls gut ausgeht, bleibt fragmentarisch unerzählt.
Quelle: Die Theater Chemnitz