Der amerikanische Bürgerkrieg ist vorbei und hat eine schreckliche Lücke hinterlassen. Womit soll sich der Gun-Klub jetzt beschäftigen? Im Frieden fehlt ihm die Existenzberechtigung. Könnte nicht ein neuer Krieg her? Da hat der Vorsitzende Barbicane eine Idee: Wer, wenn nicht die Experten im Gun-Klub, könnte eine Kanonenkugel auf den Mond schießen! Warum? Weil man es kann! Und den Mondbewohnern kann man mit dieser „Nachricht“ gleich ein bisschen Respekt einflößen. Als der Franzose Ardan verkündet, mitfliegen zu wollen, lassen sich auch Barbicane und sein Widersacher Nicholl dieses Abenteuer nicht entgehen und so machen sich die drei Männer (und ein Hund) auf den Weg zum Mond. Jules Vernes Mondromane sind – 100 Jahre vor Apollo 11 und 200 Jahre vor den heutigen Mars-Fantasien – eine erschreckend treffende Satire über Waffenwahn und koloniale Überheblichkeit, die in den USA angesiedelt sein mag, aber die ganze Menschheit meint.
Quelle: Die Theater Chemnitz