Ein Liebespaar, ein Geschwisterpaar, drei Menschen, ein Ping-Pong-Tisch. Das erstaunliche Setting in Family Triangle, einem Familiendreieck, will die Grundlagen von Familie neu verhandeln: Familie ist etwas, das entsteht, nicht etwas, das feststeht. Beziehungen werden in diesem Bühnenexperiment nicht behauptet, sondern ausprobiert, verschoben und neu sortiert.In vielen Ländern der Welt sind queere Lebensformen nichts Ungewöhnliches. Der menschliche Wunsch nach eigenen Kindern hingegen, und insbesondere der Weg dahin, stellt viele Paare oft vor rechtlich und kulturell komplexe Situationen, obwohl die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vielerorts anerkannt wurde. Fragen nach Elternschaft, Reproduktion und rechtlicher Absicherung queerer Familien bleiben dennoch gesellschaftlich und politisch umkämpft. Die Inszenierung nimmt diese Realitäten ernst, ohne sie zu problematisieren. Stattdessen öffnet das Stück einen Raum, in dem unterschiedliche Formen von Familie nebeneinander denkbar werden. Die Regisseurin Hung Chien-Han, ihr jüngerer Bruder Hung Wei-Yao, Schauspieler, und die Lichtdesignerin Ray Tseng sind nicht nur eine künstlerische Produktionsgemeinschaft. Ihr Zusammenleben zu dritt bildet die Grundlage der Performance Family Triangle. Ein verblüffendes Ping-Pong zwischen Video und Spielszenen, Ansprache an das Publikum und weiteren theatralen Kniffen nimmt alle mit auf einen Roadtrip intensiver Verhandlungen von persönlichen, höchst intimen Themen der Darsteller:innen.
Quelle: Die Theater Chemnitz