In ihrem neuen Ballett widmet sich Ballettdirektorin Sabrina Sadowska dem Leben und Wirken Hans Christian Andersens. Weltberühmt durch seine Kunstmärchen wie Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Des Kaisers neue Kleider oder Die Schneekönigin schrieb er ebenso eindrucksvolle Reiseberichte, Novellen und Dramen – vielfach mit autobiografischen Bezügen. Auch sein eigenes Leben bot reichlich Stoff für außergewöhnliche Erzählungen. 1805 als Sohn eines verarmten Schuhmachers und einer alkoholkranken Wäscherin geboren, ging er als 14-Jähriger nach Kopenhagen und versuchte sich zunächst vergeblich an einer Bühnenkarriere. In Jonas Collin, dem damaligen Direktor des Königlichen Theaters, fand er jedoch einen Förderer. Dieser nahm ihn in sein Haus auf und ermöglichte ihm später den Besuch einer Lateinschule, wo er allerdings Drill und Gewalt erfuhr. Erneut erhielt er Unterstützung und absolvierte schließlich die Universität Kopenhagen. So nahm seine literarische Karriere ihren Lauf. Sein Leben jedoch blieb eine emotionale Berg- und Talfahrt – geprägt von unerwiderter Liebe, glücklichen Begegnungen, tiefen Freundschaften, zahlreichen Reisen und unzähligen Ängsten. Genau daraus gewann er die Allegorien für seine Werke. Als einer, der sich aus bitterer Armut zum gefeierten Künstler emporarbeitete, beschenkte er Generationen von Kindern und Erwachsenen mit zauberhaften Geschichten, in denen sich persönliche Erfahrungen und seine tiefe Liebe zur Natur widerspiegeln. Fasziniert von dieser Leidenschaft und seinem facettenreichen künstlerischen Schaffen, widmet sich das Ballett von Sabrina Sadowska nicht nur den literarischen Inspirationen des weltberühmten dänischen Schriftstellers, sondern auch den entscheidenden Wendepunkten seines Lebens – zwischen errungenem Ruhm und dem Bedürfnis nach innerer Flucht.
Quelle: Die Theater Chemnitz