Die Künstler:innen Mia Rushton und Eric Moschopedis aus Calgary in Kanada, einem der waldreichsten Länder der Erde, haben über mehrere Jahre hinweg 150 Förster:innen, Aktivist:innen, Landverwalter:innen und Waldhüter:innen aus verschiedenen Ländern eingeladen, ihre auf den Wald bezogenen Tätigkeiten körperlich, ohne Worte oder Erklärungen, vor einer Kamera zu vollziehen.Keine Rollen, kein Schauspiel. Die Videoinstallation In a Strange Place eröffnet eine meditative Perspektive auf Arbeit, Verantwortung und Beziehung zu einem Ort, der manchen Menschen unheimlich, Manchem Heimat und allen Menschen Grundlage des Lebens ist. „Eigenartiger Ort“ heißt das Ganze auf Deutsch.Aufgenommen auf Video sind Menschen einzeln zu erleben bei der Ausführung bekannter, sich unendliche Male wiederholender Handgriffe, vollzogen in kaum wahrnehmbaren, langsam und ästhetisch geführten Bewegungen. Waldarbeit wird nicht vorgeführt, sondern als physische Erfahrung verkörpert. Dabei tragen die Gefilmten selbstgefertigte Masken, die imaginäre Wesen aus einem zukünftigen Wald darstellen. Die Masken erzeugen Blickkontakt mit dem Publikum und schaffen so eine eigentümliche Beziehung zwischen Publikum und Performer:innen. So ist eine Videoinstallation mit neun Bildschirmen entstanden, die in einem begehbaren Kreis aufgestellt sind. Die Installation gibt kein lineares Sehen vor. Der Raum ist frei begehbar, Anfang und Ende des Erlebens bestimmen die Besuchenden selbst.Der Wald erscheint weder als Idylle noch als Katastrophenraum, er ist auch kein „Held“, sondern vielmehr Bühne, Arbeitsfeld und Ort von Begegnung.
Quelle: Die Theater Chemnitz