Der Aufstieg Chinas definiert Asien neu, damit auch Europa. Ist er Bedrohung für die westlich dominierte Weltordnung? Wird ein Konflikt in Eurasien der „letzte große Krieg“ dieser Welt sein? Die Jetztzeit scheint im Schwebezustand.Vor 100 Jahren hat Alfred Döblin in seinem Zukunftsroman Berge Meere und Giganten diesen Zustand bereits literarisch als „Tatsachenfantasie“ beschrieben: als unablässig aneinandergereihte Kette von Klimakatastrophen und Kontinentaldrift, Krisen, Pandemie, Weltwirtschaftskrise. Das chinesisch-deutsche Paper Tiger Theater Studio hat diesen Stoff für die Bühne entdeckt. Die Uraufführung im Festival lässt neugierig werden auf eine Bilder- und Tonwelt, viel Bewegung und eine Erzählung mit verblüffend einfachen wie auch sinnlichen Mitteln. Das Künstler:innen-Ensemble existiert zwischen den Welten. Die Stücke entstehen in stetem Austausch zwischen deutscher und chinesischer Geschichte und Geschichten.Fünf Tänzer:innen, Schauspieler:innen und Sänger:innen aus China und Deutschland arbeiten mit Videografie und Raumgestaltung. Ihre Körper, von unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und zeitgenössischen Diskursen geprägt, verkörpern die widersprüchlichen Emotionen zwischen düsteren Zukunftsvisionen und der Realität der Gegenwart. Chinesisch, Deutsch, Englisch und andere Sprachen verschiedener Kulturen verweben sich zu einem vielschichtigen Klangteppich.
Quelle: Die Theater Chemnitz