Water Words lädt dazu ein, Wasser auf neue Weise wahrzunehmen: als kostbare Ressource, als verbindendes Element und als Träger von Erinnerungen, Stimmen und Geschichten. Das Theatererlebnis für junges Publikum ab sechs Jahren soll Neugier wecken und die Vorstellungskraft erweitern, ohne einfache Antworten zu liefern.Zwei Frauen, zwei Lebenswelten, zwei Perspektiven: Die eine ist in einer Region aufgewachsen, in der Wasser, Schnee und Eis allgegenwärtig sind. Die andere kennt Wasser als etwas, das gesucht, getragen und geteilt werden muss. Aus der langjährigen Zusammenarbeit der senegalesischen Künstlerin Mamby Mawine und der kanadischen Puppenspielerin Hélène Ducharme entstand ein poetisches Figurentheater über ein Element, das unser Leben seit jeher bestimmt und dessen Bedeutung hierzulande oft unterschätzt wird.Wasser taucht hier nicht abstrakt als Thema, sondern als ein ganz persönlicher Bestandteil des Lebens auf: Es ist eingeschrieben in Körper, als Speicherstoff, der Erinnerungen und Gewohnheiten in sich trägt. Die Künstlerinnen öffnen dem Publikum Zugang zu einer Wahrnehmung, die einen ganzen Kosmos des Wassers in uns und in unserer Welt aufzeigt. Auf der Bühne machen sie das Wasser mit Theatermitteln erlebbar. Wasser besteht so aus Stoffen, Objekten und Körpern. Zeitgenössische Livemusik, gespielt auf traditionellen westafrikanischen Instrumenten, gibt dem Wasser eine Stimme. Zusammen zaubern diese Elemente eine Welt, in der Wasser fließt, fehlt, verdampft, friert und immer wiederkehrt. Und es zeigt die Menschen, die es tragen, suchen, teilen und vermissen. Mit poetischer Bitterkeit zeigt die Inszenierung die Abhängigkeit allen Lebens vom Wasser bis in alle Randbereiche der Existenz. Mawine und Ducharme erzählen von ungleichen Lebensbedingungen, von Verantwortung und aus ihren weiblichen Perspektiven. Ihr Blick ist offen, die Ästhetik verspielt und von feinem Humor getragen.
Quelle: Die Theater Chemnitz