Im Anschluss an das Gastspiel von Nicoleta Esinencus Performance Memory Distortion. M I X T A P E erhält die Regisseurin den ITI Preis 2026 für ihre Arbeit als transnational wirkende Theaterkünstlerin. Der Preis wird durch die Präsidentin des ITI Yvonne Büdenhölzer übergeben. Die Laudatio hält Kathrin Tiedemann. Nicoleta Esinencu (*1978, Chișinău, UdSSR / Republik Moldau) wurde vor 17 Jahren in Deutschland mit FUCK YOU, Eu.ro.Pa! bekannt, einem wütenden Monolog, der in ihrer moldawischen Heimat eine politische Kontroverse auslöste. Ihre Stücke zeichnen sich durch eine drastische Sprache aus. An ihrem Sound nehmen viele in Moldawien Anstoß. Und an den Themen, die sie auf die Bühne bringt: an der unaufhörlichen Arbeitsmigration, am gesellschaftlichen Tabuthema Homosexualität und damit verbundenen Diskriminierungserfahrungen, an der Korruption, an der Selbstbedienungsmentalität von neureichen Oligarchen und ehemals kommunistischen Funktionären, an der Benennung der schwierigen Beziehung zwischen der Republik Moldau und der EU. Nicoleta Esinencu verbindet dabei das Dokumentarische mit dem Poetischen und übersetzt akribisch recherchierte Fakten in eine dichte, rhythmische Sprache. Was Nicoleta Esinencu in ihrer Heimat hält, ist in erster Linie das teatru-spălătorie, das als Kollektiv geleitet wird und unter schwierigsten Bedingungen arbeitet, jedoch stets aufklärerisch, international vernetzt, unerschrocken mutig.
Quelle: Die Theater Chemnitz