Eigentlich ist es ein guter Tag für Dr. David Mortimore: Er soll einen Vortrag auf einem wichtigen Ärztekongress halten. Wenn es gut läuft, hat er beste Chancen auf den Chefarztposten – und wenn er den bekommt, wird er wahrscheinlich auch geadelt werden. Nur ein paar letzte Änderungen will sein Chef noch vornehmen lassen, um die anwesende Polit-Prominenz zu befrieden. Doch mit der Ruhe ist es bald vorbei. Dr. Mike Conolly, der für die Aufführung zur Weihnachtsfeier proben will, ist schnell abgewimmelt. Doch als die frühere Krankenschwester Jane Tate plötzlich im Ärztezimmer steht, ahnt Mortimore Schlimmes. Und tatsächlich: Den aus einer Affäre vor 18 Jahren hervorgegangenen Sohn Leslie hatte sie ihm bisher verschwiegen – doch der steht jetzt volltrunken an der Rezeption und will seinen Vater sehen, von dem er auch gerade erst erfahren hat. Auf seinen Fersen: Sergeant Conolly, der ihn wegen Trunkenheit am Steuer verhaften will. Und natürlich schwirrt auch Dr. Mortimores Frau Rosemary durch das Krankenhaus – schließlich will sie die karriereweisende Rede ihres Mannes nicht verpassen. Mortimore muss jetzt nicht nur die beste Rede seines Lebens halten, sondern er muss auch verhindern, dass sein gesamtes Lebenskonstrukt auseinanderfällt. So wird verkleidet, gelogen und versteckt, was das Zeug hält. Und mittendrin ist Patient Bill Lesley, versehentlich im Ärztezimmer gelandet, der das ganze Spektakel beobachtet, genießt und hin und wieder anstachelt. Zumindest für ihn könnte es nicht besser laufen. Und das alles bekommt er auf Krankenschein. In wohlbekannter Ray-Cooney-Art wirbeln Perücken durch den Raum, werden Identitäten erfunden und verworfen und verstrickt sich der Protagonist immer tiefer in ein Netz aus Lügen – bis es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt.
Quelle: Die Theater Chemnitz