Nachdem die große Musik Johann Sebastian Bachs nach seinem Tod zunächst in Vergessenheit geriet, galt der ebenfalls vorrangig in Leipzig wirkende Felix Mendelssohn Bartholdy als engagiertester Bach-Wiederentdecker des 19. Jahrhunderts. Doch auch sein Zeitgenosse Robert Schumann war ein glühender Verehrer des Komponisten und schuf während seiner Zeit als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf eine eigene Bearbeitung der Johannes-Passion. Für diese Fassung gestaltete Schumann die Instrumentierung nach den Möglichkeiten des 19. Jahrhunderts um: Er verzichtete auf historische Instrumente wie die Viola da gamba und ergänzte moderne Instrumente wie die Klarinette. Auch ersetzte er das Cembalo mit einem Konzertflügel, dessen Part in der Uraufführung 1851 mutmaßlich von Clara Schumann gespielt wurde. Im sechsten Sinfoniekonzert bringt die Robert-Schumann-Philharmonie gemeinsam mit Solist:innen und dem MDR-Rundfunkchor diese besondere Fassung zur Aufführung, die Bachs Klangsprache aus dem Blickwinkel der Romantik neu erzählt. Johann Sebastian BachJohannes-Passion BWV 245 Fassung von Robert Schumann (1851)
Quelle: Die Theater Chemnitz