Die Ausstellung „Le Sacre du Printemps – Am Vorabend des Krieges“ ist in Zusammenarbeit mit dem algerisch-französischen Künstler Kader Attia (*1970) entstanden. Ausgehend von Igor Strawinskys berühmtem Ballett „Le Sacre du Printemps“, das 1913 in Paris uraufgeführt wurde, wirft die Präsentation einen kritischen Blick auf die Verbindungen zwischen den historischen Avantgarden, wie Kubismus, Futurismus und Expressionismus, und die Wirkungsgeschichte des Ersten Weltkriegs.
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Strawinskys Werk handelt von einem fiktiven slawischen Ritual, bei dem ein Mädchen geopfert wird, um die Lebenskraft des Frühlings zu erwecken. In dem vielbeachteten Buch „Tanz über Gräben: Die Geburt der Moderne und der Erste Weltkrieg“ des kanadischen Historikers Modris Eksteins wird das Opfer in Strawinskys Ballett zur Metapher für die Gewalt der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Eksteins‘ These ist Ausgangspunkt der Ausstellung, die zeigt, wie das heidnische Ritual und der ekstatische Tanz gleichermaßen für Tod und Zerstörung im Ersten Weltkrieg wie für die Hoffnung auf Erneuerung und Wiedergeburt stehen. Die Verknüpfung zwischen dem Tod des Mädchens und den jungen Soldaten, die massenhaft an den Fronten ihr Leben ließen, wird in der Ausstellung auf die künstlerischen Avantgarden erweitert.
Die Präsentation im Blockhaus – in dem 1851 bis 1918 das Königlich-Sächsische Kriegsministerium untergebracht war – zeigt etwa 150 Bücher, Druckgrafiken, Fotografien und Zeitschriften aus den eigenen Beständen, u. a. von Hans Arp, Umberto Boccioni und Wassily Kandinsky. Sie treten in Dialog mit zeitgenössischen Collagen und Skulpturen von Kader Attia, dessen Werke sowohl die Auswirkungen des Krieges untersuchen als auch die Frage, was Gesellschaften unternehmen, um die hinterlassenen Wunden zu heilen.
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Quelle: Kulturkalender Dresden -
Mittwoch bis Freitag 15—19 Uhr
Samstag bis Sonntag 11—18 Uhr
Buß- und Bettag, 18.11.2026 11—18 UhrQuelle: Kulturkalender Dresden