Die Zeichnungen von Christian Schiebe stellen gleichsam eine Art Schwebezustand zwischen Erscheinen und Verschwinden dar. Die bezeichneten Blätter bilden offene Felder, die durch feine, improvisierte Rhythmen einen Zeichenraum kennzeichnen, die durch abweichend-suchende, zögerlich-tastende und oftmals korrigierte Markierungen bestimmt werden. Christian Schiebe stellt meist kleinformatige und auf den ersten Blick sparsame Zeichnungen her. Seine Einzelblätter oder Zeichnungsgruppen sind für ihn lose Bestandteile für Setzungen im Raum. Dabei geht es Schiebe in seiner Arbeit darum, die Zeichnungen als lose Bestandteile in ein Verhältnis zu Oberflächen, Inventar, konstruktiven, bautechnischen Gegebenheiten, Licht und Schatten zu bringen, um die feinen linearen Kompositionen und ephemeren Qualitäten seiner Zeichnungen erfahrbar zu machen.
Stefan Lenke verfolgt in den Medien der Malerei und Druckgrafik komplexe Farb- und Strukturvorstellungen. Geradezu palimpsestartig entwickelt er seine vielschichtigen Kompositionen. Dabei werden urbane Räume und Fragmente unserer Alltagswelt für Lenke zur Quelle seiner malerischen Bildfindung. Fotografische Notate in minimalistischer Manier dienen ihm als Studien seiner Wahrnehmung und Erinnerung, die sogleich vom Phänomen des Flüchtigen und Transitorischen getragen werden. Der Künstler experimentiert mit grafischen Formulierungen, Strukturen, Licht-Schatten-Konstellationen. In seinen Arbeiten verlässt Lenke die tradierten Vorstellungen des Raumes, er erzeugt vielstimmige Diskontinuitäten, die im Sinne des Leibnizschen Raumbegriffs, den Raum als „Möglichkeit des Beisammen“ variabler multipler Strukturen, Wahrnehmungen, Orte und Zeiten zu begreifen.