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Wie wandern Musikwerke, wenn Noten reisen? Eine Tabulaturhandschrift aus dem slowakischen Levoča gibt Einblick in die Wege, auf denen Schütz' Musik in die Zipser Region gelangte – und wie sie dort nicht bloß rezipiert, sondern aktiv weitergedacht wurde. Prof. Dr. Silke Leopold, eine der führenden Kennerinnen der Musikgeschichte des 17. Jahrhunderts, beleuchtet in ihrer Einführung die Netzwerke lutherischer Musikkultur, die Dresdner Hofkunst und Zipser Provinzpraxis miteinander verbanden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus dem Studium fremder Werke eine eigenständige Klangsprache entstehen konnte – und was dieser Vorgang über die musikalische Kommunikation im Europa der Konfessionskriege verrät.

 

Prof. Dr. Silke Leopold studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Romanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Rom sowie Gesang und Querflöte am Hamburger Konservatorium. Nach ihrer Promotion über den römischen Barockkomponisten Stefano Landi war sie als Forschungsstipendiatin am Deutschen Historischen Institut in Rom tätig, bevor sie als Wissenschaftliche Assistentin von Carl Dahlhaus an der TU Berlin lehrte und sich dort 1987 habilitierte. Es folgten ein Gastjahr an der Harvard University sowie Professuren in Paderborn und Detmold. Von 1996 bis 2014 war sie Ordinaria für Musikwissenschaft und Direktorin des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Heidelberg; seit 1999 gehört sie der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an.

Leopolds Forschungsschwerpunkte liegen in der Musikgeschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts, insbesondere in der Frage, wie Text und Musik zu einem individuellen Organismus zusammenwachsen. Ihre Bücher zur Oper des 17. Jahrhunderts sowie zu Monteverdi, Händel und Mozart gelten als Standardwerke. Ebenso am Herzen liegt ihr die Vermittlung musikwissenschaftlicher Erkenntnisse an ein breiteres Publikum – durch Rundfunksendungen, Programmtexte und öffentliche Seminare.

Quelle: Kulturkalender Dresden
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