Johann Sebastian Bach schrieb seine G-Dur-Messe sehr wahrscheinlich für einen lutherischen Gottesdienst am Dresdner Hof. Im sogenannten Parodieverfahren stellte er ein ausgeklügeltes liturgisches Mosaik aus vier verschiedenen geistlichen Leipziger Kantaten zusammen. Das Ergebnis ist mitnichten ein Leipziger Allerlei, sondern eine Messe, die in neuer formaler Klarheit leuchtet. Der streng gegenfugisch gesetzte Text »Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei« aus BWV 179 ist nun durch den lateinischen »Kyrie eleison«-Text ersetzt – und alles passt, als wäre die Musik eigens dafür komponiert.
Johann Sebastian Bach Missa in G BWV 236
Quelle: EVLKS