Lesung / Vortrag / Gespräch
Correggio · Mit Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen Ein neuer Blick auf den Alten Meister
So | Theaterkahn - Dresdner Brettl Dresden-
Elbgespräche auf dem THEATERKAHN #38 moderiert von Dipl.-Ing. Karl-Heinz Kloppisch
Correggio
Ein neuer Blick auf einen Alten MeisterMit Prof. Dr. Holger Jacob-Friesen
Direktor der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800Die Ausstellung Correggio. Berührend menschlich in der Gemäldegalerie (19.9.2026-10.1.2027) gibt Anlass, sich das Werk dieses bedeutenden Renaissance-Meisters vor Augen zu führen. Gut ein Drittel seines Œuvres wird in Dresden zu sehen sein – sowohl Bilder mit christlichen als auch antik-mythologischen Motiven, darunter viele bedeutende Leihgaben. Der Vortrag wird in einem ersten Teil diese Bilder vorstellen und damit eine Einführung in das Leben und Schaffen Correggios geben.
Ein zweiter Teil ist der Wirkung seiner Malerei gewidmet: Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert feierte man Correggio als einen der größten Künstler aller Zeiten. Seine Gemälde wurden von vielen Künstlern rezipiert und waren bei Sammlern hoch begehrt. So bemühte sich August III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen, intensiv um die Erwerbung der herzoglichen Galerie in Modena – vor allem der fünf Correggios wegen. Als diese in Dresden angelangt waren, bildeten sie den Mittelpunkt der Galerie am Stallhof. Viele Besucher bewunderten und rühmten die Dresdner Correggios, so etwa Winckelmann, die Brüder Schlegel, Madame de Staël oder Hans Christian Andersen.
Schon im 18. Jahrhundert, verstärkt im 19. Jahrhundert, gibt es allerdings Anzeichen dafür, dass Correggios Stern sank. Manche fanden seine so gepriesene Anmut zu geziert und affektiert. Andere kritisierten die Sinnlichkeit der mythologischen Gemälde. Auch die Figuren in den Altarbildern wurden nun vielfach als frivol angesehen. Der Vortrag lässt auch diese Kritiker zu Wort kommen, fragt aber schließlich danach, wie die Bedeutung Correggios aus heutiger Sicht einzuschätzen ist.
Quelle: TheaterkahnQuelle: Kulturkalender Dresden