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»Gewaltig viele Noten« soll Kaiser Joseph II. einmal konfusiert-verdattert zu Mozart nach der Uraufführung einer neuen Oper gesagt haben. Umso erstaunlicher sind die Komplexität und Virtuosität seiner Musik einzuschätzen, wenn wir wissen, unter welchen Umständen sie entstand. Für ein öffentliches Konzert in Wien kritzelte Mozart seinem Geigenpartner Antonio Brunetti wenige Stunden vorher ein paar Themen aufs Papier und improvisierte selbst die Klavierstimme dazu – kaum können wir Heutigen glauben, dass das die himmlische Sonate KV 379 gewesen sein soll. Und dann ist da noch die »Kleine Nachtmusik«, dieses vermeintlich perfekte Stückchen musikalische Weltgeschichte. Mozarts Spickzettel nennt fünf Sätze. Heute kennen wir noch vier. Ein Menuett fehlt, im Alltagschaos verlorengegangen oder vielleicht an einen Gönner für ein Trinkgeld verkauft.

36 Jahre nach dem Wiener Handstreich der »Kleinen Nachtmusik« schrieb ein vierzehnjähriges Wunderkind in Leipzig ein erstes großes Doppelkonzert für Violine, Klavier und Streicher. Er selbst saß bei der vormittäglichen Premiere an den Tasten, sein Geigenlehrer übernahm den Violinpart. Ganz im Geiste seines schnellschreibenden Vorgängers warf Felix Mendelssohn Bartholdy danach noch die Holzbläser und eine Paukenstimme aufs Papier, und noch am selben Abend kam die erweiterte Orchesterfassung zur Aufführung.

Quelle: Frauenkirche Dresden Website
Quelle: Kulturkalender Dresden
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