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Dieser Fachtag thematisert die demokratische Gradwanderung zwischen Religionsfreiheit und Eingreifen in destruktiven Strukturen in religiösen Gemeinschaften.
Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht und stellt einen Grundpfeiler unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft dar. Sie schützt die Freiheit und Ausübung des Glaubens ebenso wie die Freiheit, nicht zu glauben. Doch wo religiöse Überzeugungen in destruktive Strukturen, Machtmissbrauch oder die Gefährdung des Kindeswohls umschlagen, ist Wachsamkeit und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Um die freie Entfaltung des Individuums zu schützen, trägt der Staat für Kinder und Jugendliche eine besondere Fürsorgepflicht, die durch zivilgesellschaftliches Engagement gestützt wird. Um die Handlungssicherheit im Spannungsfeld zwischen Betroffenenhilfe und Wahrung der individuellen Religionsfreiheit zu stärken, ist es nötig, für die Gefahren durch religiös legitimierten Machtmissbrauch zu sensibilisieren.Wie stellt sich die Situation in Sachsen dar und wie nehmen Personen innerhalb religiöser Gemeinschaften diese Konflikte wahr? Von welchen Erfahrungen der Aufklärungsarbeit, Opferhilfe und Aufarbeitung in anderen Bundesländern können wir profitieren? Welche Hilfsangebote und Lösungsansätze gibt es und was braucht es, um sich zukünftig den Herausforderungen bestmöglich zu stellen?
Ziel des Fachtages ist es, destruktive Dynamiken innerhalb religiöser Gemeinschaften transparent zu machen und gemeinsam praxisnahe Handlungsstrategien für Prävention, Aufarbeitung und Betroffenenhilfe zu diskutieren. Die Protagonisten der Ausstellung "Sichtbare Vielfalt. Religionen in Sachsen" thematisieren die Spannungsfelder in buddhistischen, christlichen, hinuduistischen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften.
Programm
09:00 – 09:30 Anmeldung, Ausstellung und Büchertisch
09:30 – 09:45 Begrüßung und Einführung ins Thema
09:45 – 10:45 Was darf Religion? Religionsfreiheit aus allen Perspektiven
a) Religionsfreiheit als Menschenrecht: Zwischen weltanschaulicher Neutralität und staatlicher Fürsorgepflicht (Dr. Verena Böll, SLpB)
b) Öffentliches Handeln im Sektendilemma (Dr. Harald Lamprecht)
c) Aufwachsen in einer Sekte (Sophie Jones)
d) Erfahrungen aus dem Beratungsalltag (Sekteninfo Berlin)
11:15 – 11:45 Missbrauchpotenzial geschlossener religiöser Strukturen und Täterstrategien für Machtmissbrauch
Prof. Julia Gebrande, Vorsitzende der Unabhängigen Kommission des Bundes zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs
13:45 – 14:45 Gruppengespräche: Wissenschaftliche Perspektive und Erfahrungen aus Religionsgemeinschaften
a) Impulse aus der Wissenschaft: (Dr. Katharina Neef, Sarah Besic)
b) Kindeswohl in unseren Gemeinden - Konfliktpotenziale und Umgangsweisen
(Vertreterinnen und Vertreter aus buddhistischen, christlichen, hinduistischen, jüdischen, muslimischen Gemeinden)
15:00 – 16:00 Podium und Diskussion: Spannungsfeld Schule
Susann Rüthrich (Kinder– und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung)
16:00 – 16:15 Prävention und Hilfsangebote
Impulse der Organistionen und Vereinen
16:15 – 16:50 Gemeinsames Podium
Resonanzen der Vortragenden und Teilnehmenden
⇥ Diese Veranstaltung richtet sich an alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die in ihrer Arbeit mit der Thematik in Berührung kommen: Lehrkräfte, Mitarbeitende aus Institutionen der Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit sowie Verwaltung, Beratungsstellen, PsychologInnen, Beauftragte für Prävention, Opferschutz und Diskriminierung sowie weitere Interessierte.
Fachtag in Kooperation von SLpB und Evangelischer Bund Sachsen
Quelle: Sächsische Landeszentrale für politische Bildung
Quelle: Kulturkalender Dresden