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„Ich kann nicht mehr schreiben, so weh tut mir der Kopf, ich meine, es wolle mir das Hirn rausfallen.“ Das schrieb der bayrische Herzog Albrecht V., am Tag nachdem er im Jahr 1562 auf dem Reichstag in Mainz mit dem sächsischen Kurfürsten August gezecht hatte. Wein gehörte in der Frühen Neuzeit zu den Fürstentreffen. Auch wenn ein sächsischer Kurfürst seinen Landtag einberief, um Steuern zu bewilligen, wurden die Hochadligen, die Rittergutsbesitzer und Städtedeputierten ausgespeist und mit Wein und Bier verköstigt. Selbstverständlich bewirten Küche und Keller in Zeiten der Ständegesellschaft nicht alle auf demselben Niveau, wenn auch alle Landstände oberhalb des Niveaus tafelten, mit dem sich das Gros der Menschen begnügte. Die exquisiten Speisen wurden mit Zitrusfrüchten und exotischen Gewürzen aromatisiert. Der Wein kam teils aus Sachsen, teils aber auch von Rhein und Mosel, aus Thüringen und Franken, aus Österreich und Ungarn oder gar aus mediterranem Anbau. Erst 1622 beendete Kurfürst Johann Georg I. solche Ausspeisungen und zahlte seither den Landtagsmitglieder stattdessen Diäten.
Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Quelle: Kulturkalender Dresden
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