• Foto: Heike Steinweg
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  • Katrin Schumacher / Foto: Minitta Kandlbauer

Heike Geißlers Roman »Michaela Kohlhaas« ist eine tollkühne Überschreibung der berühmten Novelle von Heinrich von Kleist. »Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder.« So erzählt es Kleist in seiner Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem Unrecht blutige Vergeltung übt. Sein Rachefeldzug ist zweihundert Jahre später Vorbild und Handlungsanweisung für Michaela Kohlhaas, eine stellvertretende Friedhofsverwalterin. Sie ist eine Schimpfende, eine Stinkende, eine Zärtliche. Eine große Liebende, die nicht bloß Verbesserung will – sie verlangt Wiedergutmachung und Sühne. Und eine gänzlich andere Einrichtung der Welt. Doch wo Michael mordet und brandschatzt, agiert Michaela vorrangig mit Worten: mit Zuspitzung, Übertreibung, Sabotage und Show. Einer vermeintlichen Hexe gleich, zieht sie fluchend und Verwünschungen aussprechend durchs Land. Und muss feststellen: Es ist von Nachteil, eine Frau zu sein. Es ist von Nachteil, sich zu wehren. Doch selbst wenn alle Welt sie für wahnsinnig erklärt – sie geht »mit wehenden Fahnen« ihrem Ende entgegen, auf ein gutes Ende hoffend, und doch ahnend: Ein solches Ende wird es vielleicht nicht geben.

Quelle: Societätstheater
Quelle: Kulturkalender Dresden
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