Lesung / Vortrag / Gespräch
Sigmund Freud - Theoretiker des Unbewussten in der Kultur Philosophisches Gespräch im Rahmen der Reihe "Theorien zur Praxis"
Di | Deutsches Hygiene-Museum Dresden-
- Philosophisches Gespräch im Rahmen der Reihe "Theorien zur Praxis"
Sigmund Freud (geb. 1856 in Freiberg/Mähren, gest. 1939 in London) steht wie keine zweite Figur der modernen Geistesgeschichte für den Wunsch, die menschliche Seele zu verstehen und Erkenntnisse über psychische Vorgänge zu gewinnen. Seine Ideen und Theorien – etwa zum Ödipuskomplex, zur Wunschökonomie, zur Aktivität der Triebe, zu den psychischen Instanzen von Ich, Über-Ich und Es oder zum Todestrieb – gehören längst zum kulturellen Kanon. Mit einigen seiner Schriften, etwa über Krieg und Tod oder über das Unbehagen in der Kultur, positioniert er sich auch direkt kulturkritisch und politisch. Einige von Freuds Kulturtheorien sind heute umstritten. Doch mit seinem 1899 erschienen Buch über die „Traumdeutung“ legte er einen Grundstein für ein modernes Kulturverständnis. Es basiert auf einer Theorie des Unbewussten, die sowohl biographische Erfahrungen als auch kollektive Vorstellungen aus Religion, Literatur, Philosophie und Neurophysiologie umfasst. Dieses Unbewusste ist nicht nur Austragungsort individualpsychologischer, sondern auch kultureller und politischer Konflikte. Können Freuds Theorien auch heute noch dabei helfen, nicht nur uns selbst, sondern auch aktuelle Konflikte besser zu verstehen?
Aus Anlass unserer aktuellen Sonderausstellung Wie geht’s? Die Ausstellung über mentale Gesundheit spricht der Ideenhistoriker Prof. Dr. Philipp Felsch in der aktuellen Ausgabe der Reihe „Theorien zur Praxis“ mit der Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Christina von Braun über den jüdischen Arzt, Neurophysiologen, Kulturkritiker und Erfinder der Psychoanalyse Sigmund Freud.
Wie stets bei dieser Reihe fragen wir, unter welchen Bedingungen seine Theorie aufkam, was sie so erfolgreich macht und was sie uns heute noch zu sagen hat.
Prof. Dr. Christina von Braun, geboren 1944, ist Kulturtheoretikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie war Professorin an der Humboldt-Universität im Fach Kulturwissenschaft. Sie hat zahlreiche Bücher, Aufsätze und Essays veröffentlicht und mehr als 50 Filme zu kulturellen und kulturhistorischen Themen gedreht. 2013 wurde sie mit dem Sigmund-Freud-Kulturpreis ausgezeichnet. 2025 erschien ihr zusammen mit Tilo Held verfasstes Buch „Kampf ums Unbewusste. Eine Gesellschaft auf der Couch“ im Aufbau-Verlag.
Quelle: Hygiene-MuseumQuelle: Kulturkalender Dresden