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Mehr als neun Jahre arbeitete Kurt Schwitters zwischen 1923 bis 1932 akribisch an seinem Lautgedicht „Ursonate“. Mitten in heftigsten, globalen Krisen entwickelte er die strenge Struktur einer klassischen, viersätzigen Sonate, in die er verwildertes Sprachmaterial einsortierte und zu einer Anti-Sonate, einer Dekonstruktion bildungsbürgerlicher Kunst umformte. Schwitters studierte von 1909 bis 1915, in der Gründungsphase des Festspielhauses Hellerau, an der Königlich Sächsischen Akademie der Künste in Dresden und prägte mit seinem berühmten Lautgedicht die frühe Moderne.
Mit „UR!“ entwickelt der Komponist und Regisseur Simon Steen-Andersen in mehreren Residenzaufenthalten in HELLERAU ein Konzept der Inszenierung, Erweiterung und Erforschung von Kurt Schwitters’ „Ursonate“. Das Projekt verbindet Live-Performance mit Video und Elektronik zu einer surrealen, multimedialen Reise. Im Mittelpunkt steht der Sänger Michael Schmid, der für sein jahrzehntelanges Studium und hunderte Aufführungen der „Ursonate“ bekannt ist. Steen-Andersen greift die Kernkonzepte der „Ursonate“ – Abstraktion, Wiederholung und Zusammenbruch von Bedeutung und Disziplinen – auf und verwebt sie zu einer fiebertraumartigen Mischung aus Biografie und Geschichte, aus Medienfragmenten und unterbewussten Erinnerungen.
Bevor das Auftragswerk der Donaueschinger Musiktage und der Ernst von Siemens Musikstiftung in Donaueschingen seine Uraufführung erleben wird, werden in HELLERA U in einem Open Studio erste Einblicke in das neue Werk gegeben. Die Dresden-Premiere findet im Rahmen der Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik 2027 statt.
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Quelle: Hellerau Europäisches Zentrum der KünsteQuelle: Kulturkalender Dresden